Dez 24 2009
Frohe Weihnachten
Heute ist Heilig Abend.
Ich wünsche den verbliebenen, nach frischen Beiträgen wartenden, aber oft enttäuschten Lesern und deren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest.
Dez 24 2009
Heute ist Heilig Abend.
Ich wünsche den verbliebenen, nach frischen Beiträgen wartenden, aber oft enttäuschten Lesern und deren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest.
Dez 03 2009
Ja, mein Freunde - ich lebe noch. Derzeit zwar verschnupft, aber sonst geht es mir gut. Wirklich.
Doch über meine aktuelle persönliche Situation möchte ich - zumindest heute - eigentlich gar nicht so viel Worte verlieren. Vielmehr möchte ich mitteilen, dass sich Felix, Jens, Max, Moritz und ich uns in den letzten Wochen mal wieder zusammengesetzt haben, um die Ausgabe 04/09 des Spielmacher-Magazins zu “fabrizieren”. Herausgekommen ist dieses Mal sogar ein fast 8 MB großes PDF-File, bedingt nicht nur durch das wieder sehr gelungene Layout von Jens, sondern auch durch unsere wunderschönen Artikel. Von Bengaloverbot über Fulham, Ledley King und der MLS bis hin zur Talfahrt der Hertha ist wieder einmal viel interessanter Lesestoff dabei.

Sep 18 2009
Ganz vergessen, dass ich Euch noch Bilder aus Porto versprochen hatte. Nun denn…
Sep 15 2009
Pünktlich zum Start der internationalen Wettbewerbe in dieser Woche gibt es nun auch Neuigkeiten von unserem kleinen Blogmagazin, das Felix, Jens, Max , Moritz und ich regelmäßig einmal im Quartal veröffentlichen. So ist die dritte Ausgabe in diesem Jahr gestern Abend fertiggestellt worden und steht nun zum Download bereit. Der Themenschwerpunkt liegt dieses Mal, wie könnte es anders sein, auf die neue Champions-League- und Europa-League-Saison. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und noch einen schönen Dienstagnachmittag.
Themen:
Zur AUSGABE 03/09 des Spielmachers
Aug 26 2009
Nach meinem Aufenthalt in London ging es am Dienstagabend nach Madrid. Wieder von Stansted, wieder mit Ryanair.
Mein letzter Flug nach Madrid war im August vergangenen Jahres. Damals flog ich nach einem Kurzurlaub in Dänemark von Billund (im Legoland war ich damals leider nicht) aus nach Madrid. Dummerweise war das seiner Zeit genau an dem Tag, an dem die Spanair-Maschine in Madrid-Barajas verunglückte und 155 Menschen dabei ums Leben kamen. Am Flughafen in Billund bekam ich nur durch Zufall mit. Zwei Spanier sprachen mich bei der Gepäckaufgabe auf Spanisch an, dass ihnen gesagt wurde, der Flüge würde mehrere Stunden Verspätung haben und man könne vom Flug zurücktreten. Sie hätten gerade nach Spanien telefoniert und in Barajas soll eine Maschine abgestürzt sein. Anfangs dachte ich, ich hätte den Spanier falsch verstanden, doch als er das dann noch einmal wiederholte und mir das auch am Schalter bestätigt wurde, war ich schon ein wenig geschockt. Die anschließenden Stunden im Wartebereich waren keine schönen. Spanier sind ohnehin deutlich sensibler und auch hysterischer und es war eine sehr beängstigende Stimmung auszumachen. Viele Spanier telefonierten nach Hause, manchen war der Schock so richtig ins Gesicht geschrieben. Die Menschen versammelten sich im Anschluss alle um einen sehr großen, rund 60 Zoll großen Fernsehbildschirm, der dort im Wartebereich aufgestellt war, und verfolgten die dänische Berichterstattung zum Flugzeugunglück; immer wieder wurden die Bilder aus Madrid-Barajas gezeigt. Am gleichen Abend fand glücklicherweise auch noch das Länderspiel zwischen Dänemark und Spanien, was dann ebenfalls auf diesen Bildschirm gezeigt wurde und wenigstens bei den männlichen Fluggästen für ein wenig Beruhigung sorgte, doch mit klaren Kopf konnte man das Spiel auch nicht verfolgen. Als die Maschine dann schließlich mit einigen Stunden Verspätung abhob, war es schon sehr spät geworden, in Madrid kam ich an jedem Abend erst gegen 3Uhr an. Seit dem habe ich, um es mal so zu formulieren, zumindest einen sehr großen Respekt vor dem Madrider Flughafen und
In diesem Jahr hingegen erlebte ich einen der besten Flüge in meinem bisherigen Leben. Glücklicherweise handelte es sich bei dem Flugzeig noch um ein älteres Ryanair-Modell, zwar nicht mit Ledersitzen, dafür aber mit etwas mehr Sitzabstand und mit Taschen an den Rücken der Vordersitzen. Die Kabinencrew bestand ausschließlich aus Spaniern, die sich zu Beginn des Fluges erst einmal ausführlich über Mikrofon vorstellten. Alle hatten äußerst gute Laune und wirkten keinesfalls gestresst, was bei Ryanair-Flügen alles andere als üblich ist. Ein Steward hatte scheinbar besonders gute Laune, machte während seiner Ansprachen immer wieder humorrvolle Bemerkungen in englischer als auch spanischer Sprache. Die Krönung war dann der bei jedem Ryanair-Flug durchgeführten Losverkauf. Während auf den anderen Flügen der Standardtext “Nun haben Sie die Möglichkeit, für zwei Euro Lose zu kaufen. Sie können sowohl diverse Geldpreise als auch ein Auto gewinnen. Der Erlöß geht an Kinderhilfsorganisationen in Irland” systematisch runtergeleiert wird, fing Carlos, wie es sich mehrmals während des Fluges vorstellte, beim Losverkauf so richtig an, loszureden. Ein kleiner Teil des Wortlaut (ist bei Leibe nich alles, aber das ist das, woran ich mich noch erinnern kann) :
“Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass sie in Barajas mit 20.000 Euro von Board gehen, aber ich kann Ihnen versprechen, dass das Geld an Menschen geht, die es wirklich brauchen. Was sind schon zwei Euro in der heutigen Zeit? Zwei Euro? Was ist das? Was? Nicht mehr als ein verfackter halber Cafe bei Sturbucks, nicht mehr als einmal Kofferwiegen in Barajas - zwei Euro, liebe Gäste, das können sie doch wirklich ´mal investieren. Denn wo bekommen sie heutzutage die Möglichkeit, mit zwei Euro, bis zu 40.000 Euro zu gewinnen und dabei auch noch etwas sehr, sehr Gutes für andere Menschen, denen es sehr schlecht geht, zu tun? Liebe Fluggäste, jetzt in der Zeitpunkt gekommen, wo Sie in Ihre Geldbörse schauen sollten, und zwei Euro zusammenzusuchen.”
Erst in Englisch, wo sich die wenigen Engländer und ich bereits amüsierten, und dann noch in Spanisch, wo dann fast alle Passagiere lachten und im Anschluss wirklich das ganze Flugzeug heiter applaudierte. Während eines Fluges habe ich in meinem Leben so eine Stimmung noch nicht erlebt. Und beim anschließenden Verkauf gingen die Lose weg wie warme Semmel. Bei den anderen Flügen wurden vielleicht zwei, maximal drei Lose verkauft, bei diesem waren es gleich mehrere dutzend Lose, die verkauft wurden. Auch ich holte mir aus Spaß eines, worauf ich gleich gefragt wurde, warum ich denn nicht zwei oder gleich drei nehmen würde. Gewonnen habe ich nichts, aber darum ging es ja eigentlich auch nicht. Auch der Anflug auf den chronisch überlasteten Madrider Flughafen verlief problemlos, mit eine Verfrühung von zwanzig Minuten trotz verspäteten Start in Stansted landete die Maschine sicher in Madrid.
In Madrid selbst hatte ich, da es schon abends war, eigentlich nur einen Tag, da es am Donnerstag auch bereits schon um 05:50 von Madrid aus wieder los ging. Viel machte ich an dem einen Tag eigentlich nicht (war kurz auf der Gran Vía bei “fnac”, lange im Cafe und noch bei Real Madrid und Atlético). Kannte ja eigentlich alles schon und da es an dem Tag um die 38° C im Schatten waren, wollte ich auch nicht ganz so viel unternehmen.
Wenn man aus London nach Madrid fährt, ist ein deutlicher Kontrast zu konstatieren. Es ist dabei aber nicht nur die komplett andere Mentalität, die auffällt, sondern Madrid wirkt auch viel kleiner, verglichen mit London fast schon wie eine Kleinstadt (aber immer noch größer als Berlin). Gut, im August ist Madrid ohnehin im Sommerschlaf, die Menschen fahren in den Urlaub - es ist nicht viel los. Auch die Wege mit der Metro sind wesentlich kürzer als in London, man bekommt eigentlich immer einen Sitzplatz und die Menschen sind auch wesentlich gelassener als In London. Selbst auf den großen Einkaufsstraßen herrscht nicht so eine Hektik, wie ich sie die Tage zuvor in London konstatiert habe. Gleichzeitig sind die Menschen auch viel gesprächiger als in London, wo sie zwar dennoch freundlich sind, aber in Spanien spricht man auch viel mehr miteinander als in London, wo man nicht selten (vor allem in der Tube) das Gefühl hat, das jeder in seiner eigenen Welt mit seinem iPod im Ohr lebt.
Porto gibt es dann morgen im Laufe des Tages. Habe morgen ja noch ´mal frei, wenngleich ich derzeit sehr, sehr viel schreieben muss. Gehe jetzt so langsam schlafen, bin müde und morgen Früh kommt auch schon wieder der Handwerker, wenn bis dahin mein Bad noch nicht wegen der kaputten Toilettenspülung überflutet ist und die Feuerwehr hier anfahren muss.
Zum Schluss wieder eine kleine Auswahl an Bildern, die ich Madrid gemacht habe.
Aug 26 2009
Ich habe mir gerade die zweite Ausgabe des “Ballpod” angehört und hatte sehr viel Spaß. Auch wenn die Tonqualität streckenweise zumindest verbesserungsfähig ist, ist das inhaltlich stark, was einem in den 60 Minuten geboten wird. Das Ballpod ist, wenn man so wil, der erste Fußball-Podcast in deutscher Sprache. Vater des Projektes ist probek, der auch die Idee für das Europäische Fußballradar (die August-Ausgabe ist gerade erschienen) hatte, bei dem Blogger einmal in Monat die internationalen Spitzenmannschaften einstufen. Themen der zweiten Ausgabe sind der FC Bayern, Union Berlin, die Premier League und der HSV (nur in der ungeschnittenen Version). Wer 60 Minuten Zeit findet, sollte sich das auf jeden Fall mal anhören, wer nicht, kann sich das Ding auch auf sein tragbares Musikabspielgerät ziehen. Es ist ja schließlich ein Podcast.
Aug 25 2009
Seit gestern Abend bin ich wieder zurück aus dem Urlaub. Zeitlich flexibel und mit dem Wunsch, Porto zu besuchen, hatte ich mir in den vergangenen Monaten eine Route überlegt, die sowohl meine Wünsche befriedigte als auch meine Geldbörse nicht zu sehr belastete. Die Lösung war Ryanair, “Europas günstigste Fluggesellschaft”, bei der ich nach längeren Tüfteleien sechs Flüge für einen Preis um die 50 Euro bekam (ich kann es selbst auch nicht glauben). Die Route war ein wenig kompliziert, dafür aber vielversprechend. So sollte es zu Beginn von Berlin nach London (Stansted) gehen, nach einem fünftägigen Aufenthalt an der Themse für einen Tag nach Madrid und von dort schließlich nach Porto. Direkte Rückflüge von Porto nach Deutschland gab es leider nicht zu einem akzeptablen Preis, weshalb sich die Planung der Rückreise ein wenig komplizierter gestaltete. Schließlich fand ich dann aber doch eine gute Lösung von Porto via Madrid und Frankfurt-Hahn. Nebenbei wollte ich damit zudem meine Flugangst endgültig besiegen.
Nach zwölf Tagen kann ich sagen, dass ich weiterhin nicht sonderlich gerne fliege, dennoch sich diese für Außenstehende vielleicht sogar ein wenig verrückt anhörende Reise gelohnt hat. Ich konnte endlich einmal London ein wenig länger bestaunen, in Madrid sehen, wie gut ich doch noch Spanisch kann, in Porto alte Freunde treffen (und die wunderschöne Region genießen) und in Frankfurt-Hahn den schlimmsten Flughafen der Welt besichtigen.
Ich werde, da es sonst zu viel wird, das in zwei Teile aufteilen. Zum einen London und zum anderen der Rest (Porto, Madrid, Rückreise). Der zweite Teil folgt wahrscheinlich morgen.

Ich war in meinem Leben zuvor dreimal in London. Zweimal jeweils nur für eine Nacht, um ein Spiel der Tottenham Hotspur mir anzusehen, und einmal, als ich noch ganz klein war, woran ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Nach einem gut gefüllten Ryanair-Flug (Auslastung war rund 90 Prozent) nach London-Stansted ging es dieses Mal mit dem Bus in die Innenstadt. Der benötigt zwar gute 90 Minuten (wenn er nicht im Stau steht), ist aber wesentlich billiger und man, so sagte man mir, sieht auch ein wenig mehr von der Stadt. Nun ja, anfangs sah man nur Autobahnen, aber wenigstens der Geruch nach frich gemähten Gras und der Linksverkehr erinnerte an England. Doch je länger die Fahrt andaurte und je weniger ich mich über den seitenverkehrten Straßenverkehr wunderte, desto mehr erinnerte auch das Landschaftsbild an London. Zwischen Ikea-Filialen blitzten die so typisch englischen Häuser hervor und als dann nach dem ersten kleineren Stau auch die ersten roten Doppeldecker durch die Straßen rumpelten, wusste ich, dass ich in London angekommen war.

Wer London für zwei Tage besucht, wird vor allem das stressige Tube-Netz in Erinnerung haben. Lange Wege zwischen den Stationen, immer wieder werden Linien komplett gesperrt, viele Treppen, viele Menschen - für die Londoner U-Bahn benötigt man viel Nerven und teilweise auch Zeit, sind die Wege in London trotz der sehr dichten Zugfolge doch äußerst lang. Auch nach fünf, sechs Tagen gewöhnt man sich daran nur sehr schwer. Als Berliner ist man ja einiges gewöhnt, doch zum Beispiel der (fast) komplette Ausfall der S-Bahn hier in Berlin vor einigen Wochen war verglichen mit dem, was täglich in London los ist, überhaupt nichts. Auf der Insel scheinen die Menschen mit kurzfristigen Sperrungen/Änderungen auch viel leichter zurecht zu kommen als hier in Berlin, wo bei der kleinsten Abweichung gleich bis zum Umfallen gemeckert und gehetzt wird.
Highlight in London war für mich natürlich das Saisonauftaktspiel in Sonntag an der White Hart Lane zwischen den Spurs und dem FC Liverpool . Doch auch an den anderen Tagen habe ich mich gut beschäftigt, war in den unterschiedlichsten Stadtteilen (das Tagesmaximum auf meiner Oyster habe ich täglich für mindestens Zone 1-4 ausgeschöpft), war in einigen der im Übrigen überwiegend kostenlosen Museen/Gallerien wie “Tate Modern”, ging an der Themse spazieren oder entspannte einfach mit dem Guardian in einem der vielen Parks. Hätte ich genügend Kleingeld und würde ich in London einen guten Job bekommen, ich würde dort leben - hundertprozentig.

Dass London/England teurer ist als Deutschland, stimmt meiner Meinung nach nicht. Und das liegt nicht nur am relaitv starken Euro. Denn auch wenn der Euro, verglichen mit Werten aus dem Frühjahr, nun wieder schlechter zum Pfund steht (für einen Euro sollte man derzeit rund 0,84 Pfund bekommen) ist der Kurs doch immer noch ein weitaus besserer als in den vergangenen Jahren. Gut, Essen auf der Straße ist relativ teuer (das fängt bei einem Döner, der nicht unter 3,50 zu haben ist, an, geht über Fish and Chips (rund 5 Pfund) und hört bei einem Restaurantbesuch auf (kommt drauf an, wohin man geht, ist aber, egal ´was man isst, (teils wesentlich) teurer als in Deutschland). Auch die Mieten mögen höher sein, doch Sachen des alltäglichen Bedarfs sind, wenn man die richtigen Adressen kennt, meines Erachtens teils wirklich preiswerter als hier.
Telefonieren über das Mobilfunknetz ist in England äußerst billig - sofern man über eine englische Simkarte verfügt. Diese bekommt man (mit einem 5€-Kredit) kostenlos in den unzähligen Shops, hinzu gibt es meistens zudem noch eine Art “Kreditkarte”, mit der man seine Simkarte in Gemüseläden, Supermärkten, Internetcafes usw. wieder aufladen kann. Wer viel von England aus ins Ausland (insbesondere Deutschland) für den lohnt sich die Camel-Edition von Orange - ein Prepaid-Angebot, wo man für 0,06 Pfund pro Minute ins ausländische Festnetz telefonieren kann.
Auch Lebensmittel bekommt man günstig, Zwar sind die “M&S”- und “Tesco-Express”-Filialen für den Innenstadtbereich immer noch günstig, doch wer eine größe Auswahl haben möchte, sollte sich ruhig mal eine größere Tesco-Filiale etwas außerhalb von den Touristenmeilen suchen. Dort kann man zu weitaus günstigeren Preisen als in Deutschland einkaufen - vor allem die Tesco-Eigenmarke ist qualitativ akzeptabel und sehr, sehr günstig (2 Liter Mineralwasser für 0,11 Pfund). Interessant sind auch immer die “Buy 1 - Get 2″-Angebote. Eine gute Tesco-Filiale findet sich zum Beispiel an der U-Bahnstation Seven Sisters (dort, wo es auch zur White Hart Lane geht), die von der Victorialine bedient wird.
Wer viel Tube, DLR und Bus in London fährt (mit einigen Zügen der National Rail funktioniert die Karte nicht), für den lohnt sich eine Oystercard (eine elektronische Karte, die man mit Geld aufladen muss), die es gegen einen Pfand von 3 Pfund an jedem Ticketschalter der TfL gibt. Mit der Oystercard zahlt man (sofern man vor und auch NACH jeder Fahrt sich ein- aus auscheckt) nur das, was man verfährt, jedoch mindestens 0,50 Pfund weniger als den Travelcard-Preis. So lohnt sich diee Karte also eigentlich immer. Wichtig ist wirklich, dass man die Karte nach jeder Fahrt (außer mit Bus) an so einen “Automatending” hält, um sich auszuchecken (an fast alle Tubestationen muss man das ohnehin machen), sonst wird eine Maximalgebühr erhoben (mir ist das leider zweimal passiert). Wer unter 25 ist, sollte überlegen, ob die Railcard nicht das richtige für einen ist. Ich habe mir bei der Ankuft in London jedenfalls gleich die U25-Railcard, mit der man für 26 Pfund für ein Jahr 1/3 Ermäßigung auf (fast) alle Zugfahrten in England bekommt, geholt. Der Clou dabei: Mit der Karte bekommt man auch 1/3 Preisnachlass auf das “Tagesmaximum” der Oystercard, sofern man die beiden Karten an einem Ticketschalter der TfL verlinkt. Ausführliche Informationen zum Londoner Nahverkehr finden sich im Übrigen hier.
Insgesamt macht London ohnehin ein weitaus fortgeschritteneren Eindruck als Berlin bzw. Deutschland. Viele Dinge im Alltag sind einfach bzw. besser umgesetzt (Beispiel OysterCard etc.) Dem gegenüber stehen auch eine hohe Anzahl an maroden und kaputten Gebäuden (vor allem wenn man die Innenstadt verlässt), hier und da Obdachlose und ein wenig Angst hat man schon, wenn man an einem späten Abend in einem Londoner Doppeldecker oben sitzt und ganz offensichtlich mit Drogen vollgepumpte Menschen einem gegenübersitzen. Das Publikum im Bus unterscheidet sich ohnehin sehr stark von dem in der Tube. Mit dem Bus scheint überwiegend die ärmere Bevölkerung zu fahren (Kinder und Jugendliche mit Londoner Wohnsitz bekommen das Busfahren auch komplett umsonst), während die Tube, angefangen von der zur Arbeit fahrenden Putzfrau bis hin zum von oben nach unten gestylten Geschäftsmann, voll mit Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten ist. Es ist viel Tradition mit viel Moderne in London und alles, auch die Probleme, erinnern ein wenig an die englischen Premier League, die derzeit vor der Herausforderung steht, “das “Beautiful Game” von einst zu erhalten, gleichzeitig aber die traditionsbewussten Fans und ihre Ansichten zu berücksichtigen, sich weiter dem globalen Geldströmen zu öffnen und darüber hinaus weiterhin Schauplatz zu sein für den schnellsten, besten und attraktivsten Fußball der Welt” (siehe Spielmacher 01/09).

Somit dann auch gleich die Überleitung zum Fußball. Am Samstagnachmittag ging es erst zum FC Millwall, wo es nach schwacher Chancenauswertung ein 0:0 gab. Mir ging es dabei aber auch minder um den Fußball (teilweise war das ein Rumbolzen und Holzen wie in der Kreisliga), sondern mehr darum, die Atmosphäre im Den mal live zu erleben. Der FC Millwall, hier zu Lande bekannt als ein Arbeiterverein mit einer großen Anzahl an gewaltbereiten Fans, liegt nicht mehr als zehn Minuten mit der Bahn von London Bridge entfernt (Oysterkarten funktionieren hier nicht) und spielt derzeit in der First League, also in der 3. Liga. Die Menschen, die (neben einigen Deutschen, die ich auch im Stadion ausmachen konnte) ins Den gehen, sehen schon ein wenig anders aus als in anderen Stadien. Der Altersdurchschnitt ist weitaus jünger als in anderen Stadien und die Zuschauer haben wesentlich weniger Haare auf den Kopf. Dennoch, besonders gewaltbereit schienen die 9000 Jungs, jedenfalls an diesem Nachmittag, nicht zu sein. Eher ein wenig enttäuscht, dass man die Chancen nicht nutze und es auch im zweiten Saisonspiel nur für ein Remis reichte. Dennoch, schlecht war die Stimmung auf jeden Fall nicht, und es kommt schon ein wenig Gänsehaut auf, wenn die Kurve den legendärsten aller Millwall-Gesänge anstimmt: “No one likes us, no one likes us, no one likes us, we don’t care. We are Millwall, super Millwall, we are Millwall from The Den”.

Bei Tottenham war einen Tag später die Stimmung natürlich grandios ob des 2:1-Sieges gegen den FC Liverpool. Auch das Spie war (vor allem die 2. Halbzeit) sehr ansehnlich und auch nach dem 1:1-Ausgleich von Liverpool gab es zur Motivation Gesänge und Klatschen. Ich hatte mir im Juli dann doch noch überlegt, in dieser Saison etwas häufiger nach London zu fliegen (sofern Ryanair bis dahin nicht pleite ist) und Mitglied bei Tottenham zu werden, sonst wäre ich wahrscheinlich auch nie an ein Ticket gekommen. Dummerweise war an jenem Sonntag auch die Victoria-Line gesperrt, so dass ich ein wenig anders als die Jahre zuvor zur Lane fahren musste. Dennoch war ich rund zwei Stunden vor Anpfiff am Stadion und nach einem Rundgang und einen Besuch im Fanshop ging es gen Tribühne. Meine Karte hatte rund 50 Pounds gekostet, natürlich auch dadurch beeinflusst, dass der FC Liverpool eine Mannschaft aus der teuren A-Kategorie ist. Viele Fußball-Touristen sah ich nicht, in meiner Nähe saßen ausschließlich Engländer, die mitsangen, mitklatschten und mitfieberten als ginge es um Leben und Tod. Manche konnten es während des Spiels nicht mehr auf den Plätzen aushalten, wurden jedoch promt vom Ordner ermahnt, sich bitte umgehend wieder hinzusetzen. Bier gibt es während des Spieles nicht, gewettet werden kann natürlich. Die Quoten bei den Buchmachern werden in England anders geschrieben und sind, was Premier League angeht, schlechter als in Deutschland, dafür gibt es aber eine Menge an Spezialwetten (z. B. “Crouch erzielt einen Hattrick gegen Liverpool”). Nach dem Spiel wurde nicht lange gefeiert, nach dem Abpfiff wurde kurz gejubelt und geklatscht, ehe man dann, anders als in Deutschland, wie zivilisierte Menschen ohne Gröhlen und ohne Besaufen zügig das Stadion verließ.

So denn, das also die Eindrücke aus London. Ich hatte noch andere Anmerkungen/Details, die ich erwähnen wollte - dummerweise sind diese mir aber für den Moment entfallen. Nun ja, was soll´s. Am Dienstagnachmittag ging es dann jedenfalls langsam in Richtung Bushaltestelle, um zurück nach Stansted zu fahren. London ist eine tolle Stadt. Nirgends gefällt es mir so gut, nirgends würde ich lieber wohnen. Ich vermisse jetzt schon diese Hektik, die Tesco-Supermärkte, die Lektüre des Guardian, die roten Busse, das Auschecken mit der Oystercard und den überfüllten Fanshop an der White Hart Lane.
Im Folgenen eine kleine Bildauswahl
Aug 12 2009
Ich wollte mich nun auch noch einmal hier von allen Lesern in den Urlaub verabschieden. Da ich dieses Jahr relativ flexibel sein konnte, habe ich die vergangenen Monate ausführlich mit dem Billigflieger Ryanair beschäftigt. Herausgekommen ist, dass ich nun nicht nur stolzer Besitzer einer EntropayCard (eine virtuelle Visa Electron, mit der man die Kreditkartengebühren bei Ryanair spart), sondern nun es endlich geschafft habe, zu einem guten Preis nach Porto zu kommen, um dort Freunde, die ich mittlerweile schon relativ lange nicht mehr gesehen habe, zu besuchen. Meine Reiseroute ist dabei jedoch ein wenig komplizierter, ja fast schon ein wenig verrückt. Letztlich habe ich für sechs Flüge rund 55 Euro (einschließlich Gebühren etc.) bezahlt. Zwar nur mit Handgepäck, aber 10 Kilo müssten für rund zehn Tage eigentlich ausreichen (hoffe ich jedenfalls). Los geht es morgen Vormittag nach London, wo ich mir dann am Sonntag auch den Saisonaufktakt der Tottenham Hotspur gegen den FC Liverpool ansehen werde. Von London aus geht es in der nächsten Woche dann für einen Tag nach Madrid, ehe ich dann in aller Früh (05.50 Uhr!) nach Porto fliege. Zurück geht es am Montag (24. August) erst von Porto nach Madrid, dann von Madrid nach Frankfurt-Hahn und letztlich von Hahn nach Berlin. Sollte ich spätestens dann meine Flugangst noch nicht bezwungen haben, kann mir wohl niemand mehr helfen. Ein Bericht folgt, wenn ich wieder zurück in Berlin bin, hier und dort gibt es sicherlich Zwischenmeldungen via Twitter.
Aug 10 2009
Der erste Spieltag, zumindest in der 1. Bundesliga, ist gespielt und ich hatte ja versprochen, ein wenig über die Berichterstattung von ligatotal zu berichten. Über Twitter gab es bereits einige Anmerkungen meinerseits, die man HIER nachlesen kann. Im Folgenden nun einige kleine Anmerkungen und Beobachtungen.
Die 2. Bundesliga am Freitag begann bei Ligatotal erst um 17.50 Uhr, also zwanzig Minuten später als bei Sky. Johannes B. Kerner meldete sich nach einem kurzen, etwas billigen Einspieler aus Wolfsburg. Es gab kurz ein, zwei Fakten zur neuen Saison, dann ein kurzes Gespräch mit Hansi Küpper und nach einem kleinen Überblick über die Partien der 2. Liga ging es bereits in die Stadien. Hätte man nicht gewusst, es wäre 2. Bundesliga, man hätte es bis auf die späte Einblendung auch nicht mitbekommen. In der Halbzeitpause gab es dann weder Werbung noch einen Moderator zusehen, stattdessen wurden ein wenig lieblos Zusammenfassungen der drei Spiele hintereinander weggezeigt. Ähnliches gab es auch nach den Spielen. Kommentatoren waren allesamt erstaunlicherweise recht solide, zwei der drei Konferenz-Kommentatoren waren am späten Abend dann auch noch einmal bei der 2. Liga im DSF zu hören. Die Eigenwerbung und ständigen Erklärungen (”Sie können das Programm jederzeit anhalten” etc.) hätte man sich allerdings sparen könnnen, Holger Pfandt beim 2:1-Tor von St. Pauli: “Das ist ein Finale bei Ligatotal.”
Nachdem man die bei ligatotal ein wenig liebelos behandelte 2. Liga, am Freitag gab es kein einziges Interview und es schien, als hätte man keinen einzigen Mann in den Stadien gehabt, abgehakt hatte, ging es weiter mit dem Bundesligaauftakt. Kerner und vor allem Slomka, der sich bereits einige Male in der letzten Saison bei Premiere als ein starker Experte zeigte, gefielen mir ganz gut. Natürlich kann sich Kerner einige Kommentare (”Die Veranstaltung heißt zwar Bundesliga, aber BUMdesliga würde es genauer treffen!“) sparen, aber es ist eben Kerner und viel schlechter als ein Hellmann ist der auch nicht. Interviews gab es sowohl vor dem Spiel als auch danach, auch wenn nach dem Spiel zum Beispiel nicht mit den Trainern. Jörg Dahlmann gab den Field-Reporter und scheiterte auf ganzer Linie, auch wenn er immer noch besser als ein Opdenhövel wirkte, der am Samstagabend das Topspiel moderierte. Manche Fragen hätte sich nicht einmal Dieter Nickles getraut, zu stellen. Auch die Berichte wirkten wenig hochwertig, allein weil häufig DSF-Mikrofone zu sehen sind. Das hatte viel von BundesligaAktuell und wenig von Pay-TV.
Bis auf die Tatsache, dass das Analysetool “Piero” heißt. gab es bei der Premiere sehr wenige Dinge, mit der man sich von der Sky-Berichterstattung hätte unterscheiden können. Weder Freitag, noch Samstag, noch Sonntag. Während arena damals mit wenigstens einigen gut gemeinte Neuigkeiten an den Start ging, wirkte ligatotal völlig ideenlos. Man schien sich einzig auf Timeshift (was mit einem Festplatten-Receiver bei Sky auch kein Problem Ist) und das TV-Archiv (wogegen Sky nun ebenfalls mit festen Wiederholungsterminen sowie die Spiele für einen Euro per VOD gerüstet ist) zu verlassen. Die Interaktiv-Funktion funktionierte ebenfalls kaum bzw. war so langsam, dass man schon wütend wurde. By the way: Im Gegensatz zu den Livespielen sind die Partien im TV-Archiv nur mit einer Tonschur versehen, es gibt also keinen Stadionton.
Bildtechnich konnte Ligatotal völlig überzeugen. Vor allem beim SD-Bild ist die Telekom Jahre voraus, das sieht wirklich klasse aus. Nicht so schön war es hingegegen für T-Mobile-Kunden, denen ja auch versprochen wurde, Ligatotal auf ihrem Handy erleben zu dürfen. Die Telekom-Server waren dabei aber dermaßen überlastet, dass der Service nur bei einigen wenigen funktionierte, abgesehen davon, dass die Bildqualität unter aller Kanone war. Beim IPTV-Angebot gab es hingegen nur sehr wenige Pannen, hier und da ein wenig mit dem Ton (bei der Partie Hertha - Hannover gab es anfangs ein wenig Schwierigkeiten), ansonsten aber alles noch im Rahmen und für eine Premiere sicherlich gut.
Die Highlight-Sendung mit Kerner + Bernd Schuster am Samstagnachmittag war akzeptabel und nicht schlechter als die mit Kastrop, auch wenn es meines Erachtens mehr Spaß macht, Leute wie Hagemann bei den Zusammenfassungen zu hören. Das Studio hingegen gefällt mir noch weniger als das von Sky, wirkt irgendwie billig und vie zu groß. Was dieses komische Sofa soll, zu dem sich Kerner + Schuster vor den Spielen hinbegeben, frage ich mich auch - mir gefällt es jedenfalls nicht.
Insgesamt aber dennoch ein sehr ordentlicher Auftakt von Ligatotal, mir persönlich waren es jedoch zu wenig Neuerungen, zu viele Sky-Kopien und an manchen Stellen zu viel DSF/arena. Wer wenig Wert auf Kommentatoren und eine etwas bessere Vor- und Nachberichterstattung legt, dafür aber sich die Spiele in guter Bildqualität ansehen möchte, der kann aber durchaus einen Blick gen Telekom werfen.
Aug 07 2009
Da ich momentan, aber nicht mehr lange, noch in meinem T-Home-Entertain-Vertrag (was für ein Wort) stecke, habe ich die wunderschöne Möglichkeit, mir den ersten Spieltag bei Ligatotal anzusehen. Wie viel erinnert an arena, Sat 1, das DSF und wie viel an den DFF? Trägt Kerner einen Anzug mit AirBerlin-Pin? Und ertragen auch die Ligatotal-Mikrofone die Schreie von Wolff Fuss? All die Antworten darf man am Sonntagabend oder im Laufe des Montags hier an dieser Stelle erwarten. Zwischendurch gibt es einige Anmerkungen sicherlich auch via Twitter. Sommerpause auf diesem Blog erkläre ich hiermit für beendet.