Aug 04 2009
Archiv: 'Berlin'
Apr 16 2009
Kurzurlaub auf Rügen - und wieder zurück in Berlin
Um mich von den anstrengenden letzten Wochen zu erholen, war ich die letzten vier Tage auf Rügen im Urlaub. Von Berlin aus sind es mit der Bahn gut vier Stunden bis auf die größte Insel Deutschlands. Bereits in meiner Kindheit war ich sehr oft auf Rügen, von daher kenne ich mich recht gut auf der Insel aus. Da ein großer Teil der Osterurlauber sich (spätestens) am Montag wieder auf den Heimweg machte, ich jedoch erst am Montag anreiste, hatte ich Glück, zum einen weil man recht preiswerte Unterkünfte bekam, zum anderen weil die Insel angenehm “leer” war. Einige Bilder:
Die Rückfahrt am Donnerstagmorgen gestaltete sich als relativ angenehm. Im Bus nach Binz war die Kasse “kaputt”, so dass keine Tickets gelöst werden konnten und zur Freude fast aller Fahrgäste, “Sie können ruhig häufiger kommen” (Zitat einer geschätzen 80-Jährigen), die Busfahrt völlig kostenlos war. Der IC von Binz aus war zudem bis Berlin so leer, dass man fast einen kompletten Wagon für sich allein hatte. So kam man am Mittag dann erholt, entspannt und mit einem kleinen Sonnebrand auf der Nase am Berliner Hauptbahnhof an.
Doch der anschließende Weg nach Dahlem mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln machte die ganzen vier vergangenen Tage Urlaub mehr als wett. Im mit Touristen gefüllten Hauptbahnhof geht es nach Oben, in Richtung S-Bahn. Auf halben Weg wird man angehalten, von Spaniern, die mit gebrochenen Englisch den Weg zum Potsdamer Platz erfragen. Als man in Spanisch antwortet und empfiehlt die Buslinien M41 bzw. M85 zu nehmen, geht der spanischen Familie (entweder aus Verblüffung darüber, dass ich in Spanisch antworte, oder weil sie mein genuscheltes, schnelles Spanisch nicht verstehen) der Mund nicht mehr zu, doch man muss weiter. Die S-Bahn ist voll, überfüllt, obwohl es mittags ist und auf diesem Streckenabschnitt die Züge alle wenigen Minuten fahren. Der Mann neben mir riecht nach altem Schweiß, die Frau gegenüber spricht derart laut in ihr Mobiltelefon, dass man Angst um seine Ohren hat. Am S-Bahnhof Tiergarten steigt ein Obdachloser zu, der versucht, seine Zeitung zu verkaufen - die Berliner reagieren genervt, die Touristen irritiert und blicken den Mann mit traurigen Augen an, doch Spenden geben sie ihm trotzdem nicht. Eine Station weiter muss ich raus, ab zur U9, aber nicht ohne vorher noch kurz bei McDonald´s auf die Toilette zu gehen. Auf der Treppe ist die U9 in Richtung Steglitz schon zu sehen, ich renne und schaffe es tatsächlich noch in die Bahn, ehe die Türen zuspringen und der Zug sich in Bewegung setzt. Zwei Stationen weiter muss ich schon wieder raus, in die U3, die mich direkt nach Dahlem bringt. Hier ist es ruhiger, entspannter, fährt die U-Bahn doch ins “Reichenviertel” Zehlendorf. Doch in der Bahn, in der sonst eigentlich nur Studenten, die zur FU nach Dahlem fahren, und hin und wieder ein paar alte Frauen, die den Wilmersdorfer Witwen aus dem Linie 1-Musical sehr ähneln, sitzen, ist es nicht lange ruhig. Vier Jugendliche steigen ein, mit großen Sporttaschen. An ihren Jacken erkennt man, dass sie für Hertha 03 spielen. Dem Zehlendorfer Verein, der, wie es bei wikipedia heißt, “weit über seine Grenzen hinaus für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt ist” Sportlich gesehen mag das stimmen, doch wenn man hört, mit welch einem Wortschatz und vor allem mit welch einer Lautstärke sich die vier darüber unterhalten, wie oft sie pro Woche masturbieren, muss man das Konzept von Hertha 03 schon ein wenig hinterfragen. Spätestens als dann einer der vier sein Handy anmacht und irgendwelche schlechte Rapmusik abspielt, weiß ich, dass ich zurück aus dem Urlaub, aus der Ruhe und aus der Idylle bin. Zurück in Berlin.
Mrz 16 2009
Hertha - Leverkusen
Natürlich war ich am Samstag im Stadion, natürlich im Gästeblock. Und weil mir der FR-Artikel von Frank Nägele, als ich ihn heute Morgen in der U-Bahn gelesen habe, so gut gefallen hat, will ich es auch für heute mit einer Leseempfehlung belassen. Viel besser hätte man nicht über das Spiel berichten können.
“Hoch im Westen”, erschienen in der Frankfurter Rundschau vom 16. März 2009.
Feb 27 2009
Wasserstandsmeldung am 27. Februar
Moin,
der Winter scheint nun endgültig passé zu sein, zumindest in Berlin. Bester Indikator dafür vielleicht, dass, nachdem in diesem Jahr fast alle Fußballspiele innerhalb Berlins ausgefallen sind, es für dieses Wochenende keine Generalabsage des Berliner-Fußball-Verbands gibt.
Auch die Tage sollen ja jetzt, wo wir dem Frühling/Sommer entgegenkommen, wieder länger werden, doch ehrlich gesagt merke ich davon herzlichst wenig. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich vor gut einer Woche umgezogen bin. Vorbei ist´s mit seltsamen Nachbarn, aber auch vorbei mit einem fast optimalen Nahverkehrsanschluss (innerhalb von zwölf Minuten konnte ich vier U-Bahnlinien, drei S-Bahnlinien sowie vier Buslinien erreichen). Jetzt schaffe ich es zwar in fünf Minuten zum U-Bahnhof (nur eine Linie), und fast vor meinem Haus befindet sich eine Bushaltestelle, doch vor allem zur S-Bahn brauche ich jetzt deutlich länger. Na ja, was soll ich mich beschweren, die neue Umgebung ist trotzdem wesentlich schöner. Seit dem Umzug sind jetzt zwar schon wieder einige Tage vergangen, doch in der neuen Wohnung ist noch kaum eine Kiste ausgepackt, vom Ummelden ganz zu schweigen. Immerhin einen Telefonanschluss sowie DSL 6000 habe ich jetzt schon, “Entertain” soll in zwei Wochen wieder dazukommen (soll heißen: ich kann derzeit bis auf Online-Mediatheken (etc.) kein Fernsehen sehen),
Apropos Telekommunikation: Seit einigen Wochen verfüge ich nun schon über eine Flatrate für´s Handy. Weil ich in den letzten Monaten erstaunlich hohe Rechnungen bekommen hatte, hatte ich gehofft, der Umstieg auf ein GENION L Tarif, wie es bei O2 heißt, würde sich lohnen. Mit dazu hatte ich noch das Internet Pack S genommen sowie, um mein halb kaputtes und völlig langsames 6230i endlich in die Rente zu schicken, ein Samsung Omnia. Nach der ersten Rechnung, bei der O2 sich ein wenig verrechnet hatte und mir diverse Beiträge gutgeschrieben hatte, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen, zumal ich in den letzten Tagen viel mehr telefoniert habe. Auch wenn ich zu Hause bin, greife ich neuerdings fast immer zum Handy, wenn ich telefonieren will. Aber auch und gerade wegen des neuen Handys, das man eigentlich gar nicht so bezeichnen kann, hat sich die Vertragsverlängerung gelohnt, zum Omnia vielleicht später mal ein wenig mehr.
Ansonsten bin ich derzeit, wenn ich dann abends nur noch erschöpft mich auf´s Sofa werfen kann, damit beschäftigt, mir die fünfte LOST-Staffel anzusehen (im Originalton). Das macht nicht nur viel mehr Spaß, sondern frischt auch ´mal wieder meine Englischkenntnisse auf.
Ein schönes Wochenende aus Berlin!
Nov 18 2008
Depressiver Dienstag
Es regnet, es ist kalt, es ist dunkel und ich habe noch einen ganzen Berg Arbeit vor mir. Ohnehin, bislang war das heute ein wirklich beschissener Tag.
Gut, bei Karstadt hatte ich ein Erfolgserlebnis, da war ich positiv überrascht. Denn auch wenn es auf Reisverschlüsse keine Garantie gibt und ich den Kassenbon meiner vor eineinhalb Monaten gekauften Jacke nicht mehr hatte, wurde mir, nachdem sich am Morgen der Reisverschluss selbst zerstört hatte (Stichwort: beschissener Tag), angeboten, kostenlos einen neuen Reisverschluss in die Jacke einzunähen. Ich weiß auch nicht, ob der Mitarbeiter einfach gerade erfahren hatte, dass er trotz all der Sparmaßnahmen doch nicht entlassen wird, oder ob das einfach an mir lag, jedenfalls habe ich selten so einen freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter getroffen wie heute.
Spätestens im Buchladen bekam ich aber dann schlechte Laune, denn meine am Freitag bestellten Bücher waren immer noch nicht da, obwohl mir versprochen wurde, am Montag diese zu bekommen. Ich bin wahrscheinlich zu sozial und unterstützte in Zeiten von amazon und Co trotzdem noch die kleinen und unabhängigen Buchläden, damit diese nicht gänzlich aus der Stadtlandschaft verschwinden. Wenn man es aber nach vier Tagen nicht schafft, ein ganz normales Fachbuch nicht zu bestellen (und es ist mir völlig egal, ob der Lieferant Probleme hat), dann muss man sich nicht wundern, wenn die Menschen zu Hugendubel strömen.
Aber okay, der Tag wäre noch nicht verloren, wenn da nicht noch die Sache mit dem morgigen Länderspiel wäre. Seit über einer Woche weiß ich eigentlich schon, dass ich morgen um 17:00 Uhr einen Termin oder Meeting oder wie man das im heutigen Sprachgebrauch auch nennen mag habe. Insgesamt wird der Termin etwas weniger als drei Stunden verschlingen, schön und gut. Bin ich gegen 19:45 Uhr wieder weg und habe noch eine gute Stunde, um ins Olympiastadion zu kommen. Das dachte ich bis vorhin. Nun habe ich mir noch einmal die genaue Adresse angesehen und festgestellt, dass der Ort, wo ich morgen hin muss, im tiefsten Rudow, eigentlich schon am Flughafen Schönefeld ist, und man von dort, egal mit was für einem Verkehrsmittel, ganz schlecht zum Olympiastadion kommt. Vom Südosten bis in den Nordwesten. - unter 75 Minuten ist wenig zu machen und wie ich vor um 20:45 Uhr im Olympiastadion sein soll, ist mir ein Rätsel. Dabei hatte ich mich so auf die englische Nationalhymne gefreut.
Und inzwischen regnet es noch mehr, mir ist noch kälter, es ist noch dunkler und der Berg Arbeit vor mir ist kein wenig kleiner geworden.
Dennoch, einen schönen, depressiven Nachmittag aus Berlin!
Nov 17 2008
Deutschland - England

Gefunden in der BVG-Pressemitteilung vom 17.11.08.
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Vielleicht wird man ja so die letzten Karten los…
Ich persönlich habe kurzfristig über den Berliner-Fußball-Verband doch noch eine (kostenlose) Karte für das Spiel bekommen.
Einen schönen Montag!
Sep 12 2008
“Ich verliere lieber meinen Posten als meine Selbstachtung”
“Liebe Bloger,
vielleicht versteht Ihr, dass ich in den letzten Tagen kaum noch Zeit zum Schreiben hatte. Ich habe nur wenig geschlafen und die Ereignisse haben mich natürlich sehr mitgenommen: Aber ich verliere lieber meinen Posten, als meine Selbstachtung! Nicht die Abwahl, sondern ein nicht geführter Grundsatzstreit wäre eine Niederlage. In den letzten zwei Jahren haben wir, meine Fraktionskollegen und ich, viel erreicht: Vor allem eine Regierungsperspektive jenseits von Rot-Rot. Volker Ratzmann, der Grünen-Vorsitzende, hat noch vor wenigen Wochen in Zitty gesagt: Mit mir könne er sich moderne Großstadtpolitik vorstellen.”
(Anmerkung 1: Wieso werden die Leser Ihres Blogs, Herr Pflüger, als Blogger angesprochen? Sie sind doch der Blogger, oder?
Anmerkung 2: Wenn Sie bei den Erfolgen der letzten zwei Jahre tatsächlich einzig und allein angeben, dass der Vorsitzende der Grünen in der Zitty gesagt hat, dass er sich eine moderne Großstadtpolitik mit Ihnen vorstellen kann, dann ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass Sie Ihren Posten verlieren. Abgesehen davon hat Ratzmann in jenem Interview dies nie direkt gesagt, vielmehr “braucht es für eine Regierung mit CDU und Grüne noch viel Fantasie.” )
Ja Mensch, ein wenig tut mir der ehemalige Vorsitzende der Berliner CDU Pflüger ja schon leid. Anfang 2006 nach Berlin gekommen, um den Regierenden Bürgermeister Wowereit herauszufordern, wenige Monate später mit seiner Partei ein “Comeback” gefeiert, die CDU schaffte es auf 21,3 Prozent, dann versucht, den Flughafen Tempelhof zu retten und dabei gescheitert und letztlich auch noch mit Anne Will angelegt, weil das Bündnis zwischen den Sozialdemokraten und der Linkspartei von ihr als erfolgreich bezeichnet wurde.
Abgesehen davon, dass Pflüger aufgrund der Tatsache, dass er Nicht-Berliner ist, ohnehin nur eine sehr gerine Chance hatte, in der Hauptstadt etwas zu erreichen, zeigt dessen Niederlage aber auch, dass die tägliche Propaganda der Axel-Springer Presse, insbesondere die der B.Z. und der Bild, nicht besonders viel gebracht haben. So ist Pflüger laut einer Umfrage der Berliner Zeitung der unbeliebteste Politiker in Berlin und auch an die so “begeisterterden” Werte von 2006 kommt die CDU nicht mehr heran, mittlerweile bewegt man sich bei etwa 20 Prozent. Ob der neue Fraktionsvorsitzende Henkel nun den Karren aus dem Dreck ziehen kann, halte ich für sehr fraglich.
Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Wie auch Felix musste ich in den letzten Tagen immer wieder an die Satireserie “Toll” von Frontal 21 denken, für die Andreas Wiemers und Werner Doye nach dem Volksentscheid über den Flughafen Tempelhof eine wirklich sehr gelungene Ausgabe erstellten.
Sep 11 2008
Motorradräder
Vorhin in der U3 kurz vor dem U-Bahnhof Wittenbergplatz, als ich der Konversation meiner Sitznachbarn lauschte:
Jaja, ganz schön viele sind da mit Motorradrädern angekommen.












